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Das Brikett

 

Es lag im Keller ein Brikett,

das war schön groß und schwarz und nett,

zwar nicht ganz schlank, doch auch nicht fett,

und meistens fühlte es sich wohle,

und wartete, dass man es hole,

denn schließlich war’s ‘ne Braunenkohle.

Jedoch, es fror dort unten bald,

wo’s dunkel, still und auch recht kalt,

und das Brikett, nicht jung, nicht alt,

es sehnt’ nach Wärme sich und Licht,

denn all das gab’s im Keller nicht,

und es war so darauf erpicht,

dass es sich freute, unverhohlen,

als schließlich einer kam, es holen,

zusammen mit noch andren Kohlen.

Dann fühlte es sich angehoben

und noch vorm dicken Kiefernkloben

hinein ins Feuerloch geschoben.

Fast sprang es rein, was für ein Mut,

um endlich Licht und warme Glut,

an sich zu spüren, das tat gut.

Doch als es glühte, hell und heller,

und schließlich brannte, schnell und schneller,

da dachte es an seinen Keller.


Am Ende schmolz sein schwarzes Herz,

so wie der kalte Schnee im März,

und in Gedanken himmelwärts,

wollt’ das Brikett, es wäre dort,

wo es sich vorher wünschte fort.

 

 

 

 *****

 

 

Tiefsinniges Gespräch

 

Sagt doch ein Wurm zum andern:

„Willst heute mit mir wandern?

Es sind jetzt sicherlich

die Pflaumen wieder frisch.“

 

Der andere entgegnet:

„Ja siehste nich, es regnet!

Das Obst ist mir zu feucht

und auch zu durchgeweucht.“

 

D’rauf wiederum der eine:

„Dann geh ich halt alleine!

Doch willste nich mitkomm,

so kriegst auch keine Pflomm’!“

 

 

 

*****

 

 

Eine Pilzwanderung

 

Zum Pilzesuchen lief ich neulich

früh in den Wald, mir war so gräulich,

weil kalter Nebel auf den Wiesen

mich frieren ließ und auch noch niesen.

Jedoch war dieses bald vergessen,

und in Gedanken schon beim Essen,

da sucht’ ich sie, mit wachen Blicken,

um mich an ihnen zu erquicken.

 

Am Waldesrand, was für ein Segen,

kam mir der erste gleich entgegen.

Es war ein Birkenpilz, ein frecher.

„Komm her, du alter Kupferstecher!“

Schon fiel er unter meinem Messer.

Dem zweiten ging es nicht viel besser.

Dann ließ ich mich nicht lange bitten

und pflückte rasch noch einen dritten.

 

Doch plötzlich war’n von Weg und Rasen

die Schlingel fort, wie weggeblasen.

„Wollt ihr mich etwa heute necken

und euch vor mir im Wald verstecken?

Dies soll euch wahrlich nicht gelingen,

werd’ voll den Korb nach Hause bringen.

Kommt raus und zeigt euch, seid nicht feige,

denn die Geduld geht mir zur Neige!“


Ob aufgeschreckt von meinen Worten,

oder erwacht an allen Orten,

so wollten plötzlich die Gesellen,

auf einmal aus dem Boden schnellen.

Konnt’ g’rad noch rufen: „Nur nicht drängeln!“,

da fingen sie schon an, zu quengeln,

und kamen hurtig angesprungen

und haben obendrein gesungen.

 

Fast schon beleidigt, die Marone,

ruft mir gleich zu: „Ich bin nicht ohne!

Nimm mich doch mit in deine Pfanne,

und hinter jener schlanken Tanne,

da steh’n noch meine ält’ren Schwestern.

Zwar sind die meisten schon von gestern,

jedoch geschmacklich ohne Tadel

und noch von bestem Waldesadel.“

 

Ob Steinpilz, Rotfuß, Pfifferlinge,

sie alle ich nach Hause bringe.

Doch jene, die am meisten lachten,

die lasse ich im Wald verschmachten.

denn wer zu freundlich mir begegnet,

der ist mit Maden reich gesegnet

und kommt mir nicht in meine Tüte.

Wie das dort krabbelt, meine Güte.


So mancher noch fing an, zu klagen,

doch musst’ ich ihm Asyl versagen.

Zu schwer war schon mein Korb geworden,

und Wolken zogen auf im Norden.

Obwohl es schade um die Massen,

die ich nun hatte stehen lassen,

ging ich gar frohgemut nach Haus’,

und dies Gedicht ist hiermit aus.

 

 

 

*****

 

 

Wortgeplänkel

 

Pferdestall ist ein Gebäude,

Pferdeschwanz manchmal Frisur,

Pferdeapfel nichts zu essen,

und beim Schach ist Pferd Figur.

 

Hasenpfote braucht der Tänzer,

Hasenfuß ist nicht am Tier,

Hasenpfeffer schmeckt am besten

mit ‘nem dunk’len Weizenbier.

 

Hagedorn ist nur eine Name,

Hagebutte eine Frucht,

Hagebau ein Marktbetreiber,

der stets neue Kunden sucht.

 

Haderlump ist auch ein Gauner,

mit dem Schicksal hadert man,

wenn man mit dem Scheuerhader

nicht so richtig umgeh’n kann.

 

Und so dreht sich immer wieder

manches Wort im Sprachenwind.

Meine Heimat, deine Lieder,

manchmal schwer verstanden sind.

 

 

 

*****

 

 

  Morgenerlebnis 

 

Eine Fliege auf dem Fenster

meiner Stube heute saß,

sie vertrieb die Nachtgespenster,

während ich mein Brötchen aß.

 

 

*****

 

 

Gibt es das?

 

Igelline hatte heute offenbar ihre Fragestunde. Den ganzen Tag schon nervte sie ihren Vater, wollte die unmöglichsten Sachen wissen. Der alte Igel war fast am Ende seiner Geduld. Als die Kleine dann endlich im Bett lag und er eine gute Nacht wünschen wollte, ließ sie ihre letzte aber auch beste Frage vom Stapel:

„Vati, können eigentlich verschiedene Tiere Kinder bekommen? Zum Beispiel Fuchs und Hase?“

„Aber natürlich. Der Fuchs kriegt kleine Füchslein, der Hase kleine Häschen, weißt du doch.“

„Nein, so meine ich das nicht. Ich meine zusammen. Wenn ein Fuchs und ein Hase sich lieb haben, kriegen sie dann ein Fäs’chen oder einen Huchs?“

„Du hast vielleicht ulkige Ideen. Natürlich nicht. Erstens haben sich Fuchs und Hase nicht lieb und zweitens funktioniert so etwas nicht. Wie kommst du denn darauf?“

„Na, vorige Woche zu meiner Jugendweihefeier, da hat dich Mami doch so lange gesucht, weil du die Flaschen aufmachen solltest.“

Vater Igel schluckte.

„Und sie hat dich nicht gefunden.“

Der Igel wurde rot.

„Und ich hab’ dich gesehen.“

Jetzt stellten sich dem Igel die Nackenhaare auf.

„Ich stand auf dem Balkon als du unten mit der Frau Elster vorbei gegangen bist.“

Spürbar erleichtert lies der Igel seine angestaute Luft entweichen.

„Frau Elster hat ganz irre gekichert, als du sie in den Po gekniffen und ihr gesagt hast, wie lustig doch so ein schwarz - weiß gefleckter, fliegender Igel wäre.“